Chronik

An der Theke fing 1975 alles an!

Mit einem Gespräch an der Theke des Union-Hauses in Derne anlässlich einer Schulentlassungsfeier fing 1975 alles an: eine freizeitsportlich orientierte Jugendgruppe des CVJM Dernewollte sich basketballerisch weiterentwickeln und suchte einen Übungsleiter. Gerd Zander, Hans Schmitz, Peter Offermann, Martin Kast, Ulrich Hahn, Ulrich Prädel und einige andere waren mit Begeisterung bei der Sache und verbuchten bald die ersten Erfolge, zumal sich wenig später auch Edward Hawryluk und Jochen Bathe anschlossen.

Bereits im nächsten Jahr, im Juli 1976, schlossen sich die Basketballer als Abteilung dem SV Derne 49 Dortmund an, der sich von einem reinen Schwimmverein zu einem der größten Mehrspartenvereine Dortmunds entwickelt hatte.

Über 25 Jahre sind seitdem vergangen - Jahre, in denen die Basketballer des SVD 49 einen rasanten Höhenflug hinter sich gebracht haben, sowohl was die sportlichen Leistungen als auch was den personellen Umfang der Abteilung betrifft, die inzwischen mit insgesamt 12 Mannschaften am Spielbetrieb teilnimmt. Immer wieder fanden Spieler und Trainer zum SVD, die wertvolle neue Impulse gaben, für frische Motivation sorgten und das Vereinsschiff neue Ufer ansteuern ließen: Einer der ersten war Hazim Yakin, der den Mannschaften eine leistungsorientierte Ausrichtung beizubringen versuchte. Der türkische Europaauswahl-Spieler bewirkte einen enormen Zuwachs der Jugendmannschaften, so dass zu dieser Zeit bereits alle Altersklassen besetzt werden konnten. Mit Michael Thimm wehte der erste Hauch von Bundesligaluft durch unsere Mannschaften. Er kam als Trainer zu uns, als die 1. Mannschaft gerade aus der Landesliga abgestiegen war. Sein Vorbild als Sportler und Mensch wirkte als Magnet auf viele talentierte Spieler des Dortmunder Raumes und ließ besonders unsere Jugendmannschaften quantitativ und qualitativ noch stärker werden.

Erste Erfolge auf westdeutscher Ebene waren beinahe zwangsläufig. Als Michael dann auch als Spieler für uns antrat, war der Weg nach ganz oben vorprogrammiert und wäre ohne schwerwiegende Verletzungen wohl noch schneller vonstatten gegangen.

Mietek Mlynarski brachte schließlich internationales Flair in die Abteilung. Der vielfache polnische Nationalspieler und Korbschützenkönig der olympischen Spiele 1980 in Moskau kam, als die 1. Mannschaft noch in der 2. Regionalliga spielte. Er hatte in der Folge maßgeblichen Anteil am Aufschwung und warf den SVD buchstäblich bis in die deutsche Eliteklasse. Dort sorgte die junge Mannschaft unter Peter Krüsmann dann für einige Überraschungen und wurde vielerorts als "bester Aufsteiger seit Jahren" gelobt.

Und noch ein weiterer Name ist untrennbar mit der Blütezeit der "49ers" (wie sich die Basketballer nach amerikanischem Vorbild nannten) verbunden: Peter Radegast. Das Paradebeispiel für unsere gute Nachwuchsarbeit kam als 15jähriger und entwickelte sich in nur sieben Jahren zu einem gestandenen Bundesligaspieler.
Die Aufzählung der Spieler- und Trainerpersönlichkeiten ist zwangsläufig unvollständig. Viele Spieler haben in all den Jahren - jeder auf seine Weise und nach seinem Vermögen - Einfluss auf die Geschicke des SVD genommen und ihren Anteil an den großen Erfolgen gehabt. Viele haben den Verein aus Studien- und Berufsgründen verlassen, die meisten aber - und darauf sind wir sehr stolz - haben dem SVD bis heute als Spieler und/oder Trainer die Treue gehalten und sorgen weiterhin für eine kontinuierliche Entwicklung des Vereins.

Eine entscheidende Zäsur brachte das Jahr 1989 mit dem Aufstieg der "Ersten" in die 1. Regionalliga, die dritthöchste deutsche Spielklasse. Unser Freund Peter Bocklitz nahm sich mit seiner Firma Event-Marketing der Geschicke der Basketballer an und begleitete sie auf ihrem Höhenflug bis in die 1. Bundesliga. Im Rückblick ist sicher positiv festzuhalten, dass der Basketballsport in unser Region einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erlangt hat, von dem eigentlich bis heute alle Dortmunder Vereine profitieren. Negativ bleibt haften, dass es Peter Bocklitz und allen Mitstreitern Anfang der 90er Jahre trotz größter Anstrengungen nicht gelungen ist, im Schatten des BVB eine zweite Sportart in der "Sportstadt" Dortmund auf höchstem Niveau dauerhaft zu etablieren.

Und manchmal gelingt uns auch wieder eine Überraschung, wie in der Saison 1997/98, als wir bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mitgemischt haben. Mit sage und schreibe 18 Erfolgen gegenüber nur vier Niederlagen wurde das Team um Trainer Dusko Milic schließlich Vizemeister in der 1. Regionalliga.

Nach diesem "Jahr der Superlative" erfolgte jedoch ein starker Einschnitt. Nach den Abgängen von Trainer Dusko Milic und gleich fünf Leistungsträgern, nämlich Anthony Thomas, Nils Jambon, Nicky Behne, Kai Friedrich und Emir Ribic, gestaltete sich die Suche nach geeigneten Nachfolgern sehr schwierig. Dusko Milics Nachfolger Norbert Göttker konnte erste Ende August mit dem kompletten neuen Kader arbeiten. In der Zwischenzeit erfolgte auch bereits ein Wechsel: Unser amerikanischer Aufbauspieler Zuri Williams hat am fünften Spieltag den zunächst für diese Position vorgesehenen Roland Jones abgelöst, da dieser unsere Erwartungen nicht erfüllen konnte. Und Zuri führte sich gleich glänzend ein, indem er uns bei seinem ersten Auftritt im SVD-Dress den Weg zum zweiten Saisonsieg ebnete.Mit ihm wuchs das eigentlich nicht konkurrenzfähige Team zu einer Einheit und versetzte die Aufstiegsfavoriten in Angst und Schrecken. Zuletzt wurde ein respektabler Platz im oberen Mittelfeld in der Saison 1989/99 belegt.

Und in der Saison 1999/2000 sorgte der SVD wieder einmal für eine Überraschung: keiner hatte das Team im Rennen um die Meisterschaft auf seiner Rechnung – aber am Ende war die Mannschaft um die Heimkehrer Nils Jambon, Kai Friedrich und Peter Radegast Tabellenerster. Peter hatte nach seinen Lehr- und Wanderjahren durch die deutsche und finnische 1. Liga (Ruhr Devils bzw. Namika Lahti) wieder zu seinen basketballerischen Wurzeln zurückgefunden und ging in seine 10. Saison für die 49ers. Nach langen Bemühungen wurde auch ein Sponsor trotz Fußballdominanz in der Sportstadt Dortmund gefunden, so dass die finanzielle Grundversorgung für den Aufstieg in die 2. Bundesliga gewährleistet war.

Als neuer Trainer schuf Hubert Beck in der Saison 2000/01 mit der Verpflichtung der BL-erprobten Centern Arndt Severing und Mario Rondas ein homogenes Team, das trotz ungleicher Startvoraussetzungen nach großartigen Spielen den sportlichen Klassenerhalt in der 2. Bundesliga schaffte. Große Enttäuschung machte sich aber am Ende der Saison unter Spielern und Fans breit, als bekannt wurde, dass nach Rückzug des Hauptsponsors aus finanziellen Gründen die Rückstufung in die 1. Regionalliga beschlossen wurde.

Nach den Abgängen von Zuri Williams, Marco Keller, Arndt Severing, Nils Jambon und Trainer Hubert Beck stand das Team vor einem Neuaufbau und einer schweren Saison 2001/02. Mit K.C. Callero fand man einen Trainer, der zugleich auch als Spieler das schwere Erbe von Zuri Williams übernehmen wollte, und drei neue Spieler nebst Co-Trainer in seinem Gefolge hatte. Doch dann kam 2 Tage vor Saisonbeginn die Hiobsbotschaft: Peter Radegast konnte ein berufliches Angebot aus Herten nicht ausschlagen, und dies schloß den Wechsel zum Liga-Konkurrenten Hertener Löwen ein. Nach diesem Schock mußte schnell gehandelt werden: in einer Blitzaktion wurde der Amerikaner Todd McNeill eingeflogen. Aber im Verlauf der Saison zeigte sich, dass K.C. Callero – ungeachtet seiner Verdienste um den Neuaufbau – doch mit der Spielertrainer-Aufgabe auf diesem hohen sportlichen Niveau überfordert war. Der Klassenerhalt war in Gefahr, bis sich erneut ein Umbau zeigte: Peter Radegast veränderte sich beruflich nach Dortmund und Zuri Williams war nach seinem Kurzengagement bei UBC Münster vertraglos. Mit den beiden konnte man sich problemlos der Abstiegssorgen entledigen.

Nach dem Zusammenhalt des Kernteams und der Neuverpflichtung von Trainer Peter Kortmann sorgten viele Sponsoren-Versprechungen 2002/03 für einen euphorischen Ausblick zur 2. Bundesliga mit Perspektive zum Oberhaus 1. Liga. Leider traten die Unterstützungen nicht ein, so dass die Ziele zur Jahreswende heruntergeschraubt werden mußten und einige Spieler den Verein verließen. Die verbliebenen Aufrechten eilten aber mit Herz, Leidenschaft und Identifikation mit dem Verein von Sieg zu Sieg und rangen sogar den souveränen Spitzenreiter Grevenbroich in einem begeisternden Spiel vor großer Kulisse nieder.

Freude und Enttäuschung lagen in der Spielzeit 2003/04 dicht beisammen: unter Spielertrainer Peter Radegast konnte das Team völlig überraschend nach einem begeisternden letzten Spiel vor vollem Haus die Meisterschaft in der 1. Regionalliga feiern. Aber kurze Zeit später folgte für alle die große Ernüchterung: die finanziellen Rahmenbedingungen für einen Start in der 2. Bundesliga waren - wie so oft in den letzten Jahren - auch diesmal nicht zu erfüllen. Die Vereinsführung entschloss sich das Aufstiegsrecht nicht wahrzunehmen.
Eine erfolgreiche Saison 2004/05 konnten die Korbjäger des SVD verzeichnen – und zwar quer durch alle Altersstufen und Spielklassen. Es machte Spaß zu sehen, wie die jüngeren Spieler sich dank ihrer engagierten Trainer weiterentwickelten, und es sprach für eine gute Vereinsstruktur, dass so viele Mütter und Väter der Jugendlichen auch bei Heimspielen der ersten Mannschaft kräftig anpackten.

Ebenfalls als gutes Zeichen war zu werten, dass sich sämtliche Akteure des Regionalliga-Teams so wohl fühlten, dass sie lange bleiben und – sofern sie doch mal "ausgewandert" sind – auch gerne zum SVD zurückkamen. Besonders erfreulich war, dass die Mannschaft nach einer schwierigen (viele Verletzungen, Wechsel auf der Ausländerposition, die dann auch lange unbesetzt war), aber dennoch sehr erfolgreichen Saison (Platz vier und WBV-Pokalsieg gegen Wulfen) in nahezu gleicher Besetzung 2005/06 wieder an den Start geht.

Spielmacher und Publikumsliebling Jason Price führte das Herren-Team durch eine mal wieder großartige Saison 2005/06. Nach der Titelverteidigung im WBV-Pokal und dem überraschenden Einzug in die 2. Hauptrunde des BBL-Pokals - nach dem Ausschalten der Zweitligisten Düsseldorf und Essen war hier erst Bundesligist Oldenburg in der ausverkauften Brügmannhalle Endstation - krönte Trainer Peter Radegast mit seinem Team die letzte Saison als Spieler mit der Regionalliga-Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Leider nur ein kurzes Gastspiel in der 2. Bundesliga gab der SVD in der Saison 2006/07. Auch ein überragender Phil Sellers, der Schwede Merzoug und der US-Boy Owens konnten nicht verhindern, dass man am Saisonende mit nur 5 Siegen das Schlußlicht der Tabelle zierte und den Weg in die 1. Regionalliga zurückgehen muß. Auch wenn man in vielen Spielen gut mithalten konnte, fehlte doch am Ende oft eine Winzigkeit zu den doch mit wesentlich größeren Budgets ausgestatteten Konkurrenten. Trotzdem konnte sich Dortmunds Publikum über einige tolle Spiele auf Bundesliga-Niveau freuen.

Mit den überragenden US-Boys Gary Johnson (Aufbau) und Frank Benson (Center) und einer geschlossenen Teamleistung konnte der SVD 49 Dortmund nach einer furiosen Saison 2007/08 wieder den Meistertitel in der 1. Regionalliga feiern. Das Aufstiegsrecht in die 2. Bundesliga Pro B wurde allerdings nicht wahrgenommen.