Spielbericht

BG Herford

Engagiert, aber glücklos

Der SVD bekommt gegen Herford seine Grenzen aufgezeigt. Die Chance, den Favoriten wenigstens ein bisschen zu ärgern, verpasst er. Immerhin zwei Erkenntnisse konnte Trainer Peter Radegast aus dem ersten Spiel im neuen Jahr, das mit der 64:92 (16:28, 17:22, 8:18, 23:24)-Niederlage gegen Herford endete, mitnehmen. Wobei die erste keine besonders überraschende war: Die erste Fünf der BG Herford ist schlicht zu stark für seinen Basketball-Regionalligisten SVD 49. Die zweite Erkenntnis: Bei allen Spielern, die nach der Starting Five von der Bank aufs Feld kommen, kann der SVD mindestens mithalten. Doch als die Derner sich davon überzeugen konnten, war die Partie schon längst gelaufen. In den letzten Minuten hatte der SVD aus der drohenden, viel zu hohen Niederlage immer noch eine etwas erträglichere Niederlage machen können. Zu diesem Zeitpunkt hatten Herfords Vaidotas Volkus (18 Punkte) und Sam Cassell Junior (17 Punkte) ihren Arbeitstag schon beendet. Bis dahin hatten sie zumindest ein bisschen ihres Könnens gezeigt. Wovon einiges vorhanden ist. Der Litauer Volkus spielte einst mit Neveis Kedainiai in der litauischen Liga und war mit seinem Verein unter den letzten 16 Teams im FIBA Europe Cup. Sam Cassell junior ist – wie der Name vermuten lässt – der Sohn von Samuel „Sam“ Cassell senior, der bis 2009 bei den Boston Celtics spielte und insgesamt drei Mal NBA-Champion wurde (1994 und 1995 mit den Housten Rockets sowie 2008 mit Boston). Ein gewisses Talent liegt in der Familie … 44:81-Rückstand Volkus, Cassell und der Rest des Herforder Teams hatte sich bis ins letzte Viertel hinein einen 81:44-Vorsprung herausgespielt und es dabei nicht übermäßig angestrengt angehen lassen. Nur bis zum 10:14 (5. Minute) hatte der SVD mithalten können, dann einen ersten 4:14-Lauf zum 14:28 kassiert. Immer, wenn sich den Dernern im weiteren Verlauf eine Chance bot, das Spiel etwas ausgeglichener zu gestalten, zog Herford wieder davon. Ob nun durch Volkus’ physische Dominanz, der sich auch durch zwei Gegenspieler nicht am Wurf hindern lässt, Cassells gute Anspiele oder die insgesamt starke Herforder Trefferquote – vor allem aus der Distanz. 42 Prozent der Dreierversuche fanden ihr Ziel, beim SVD waren es 23 Prozent. Der SVD hingegen spielte in diesen Phasen zwar weiterhin engagiert, oftmals aber zu glücklos. So Mitte des zweiten Viertels, als die Derner auf 27:33 verkürzten. „Individuelle Fehler haben uns immer wieder zurückgeworfen“, monierte Dernes Trainer Peter Radegast. Dass der Gast aus Ostwestfalen die Partie zurecht gewonnen hatte, wollte und konnte Radegast natürlich nicht ernsthaft in Zweifel ziehen, „aber die knapp 30 Punkte Unterschied, die es am Ende geworden sind, sind dann doch etwas zu hoch“, befand er. Wobei der Trainer weniger an die gerade beendete Partie dachte, sondern eher ein Blick auf das warf, was seine Mannschaft am kommenden Samstag erwartet. Dann gastiert der SVD bei Mitaufsteiger Leverkusen, das Kräfteverhältnis wird da weitaus ausgeglichener sein als gegen Herford. Rückenwind haben dich die Derner am Samstag nicht geholt für die wichtige Partie im Rheinland. „Wir haben die Chance verpasst, mit einem besseren Gefühl aus dieser Partie herauszugehen“, stellte Radegast fest. SVD: Bowser (9/1), Bode (1/2:1), Manderla (6/2), Warkentin, Diene (11/11/1/3:0), Beckmann (7/5:3), Fuhrmann (13/1/6:4), Dimkovski (9/2/2:1), Nsiabandoki (6), Tolkmit (2), Böcker Quelle: RN

Zurück