Spielbericht

Deutzer TV

„Nun wird es für uns ganz schwer“

Der SVD verliert nach dem 71:72 (14:17, 16:15, 22:17, 19:23) beim Deutzer TV im Abstiegskampf gehörig an Land. In der hochspannenden Schlussphase fühlten sich die Derner ungerecht behandelt, müssen sich aber auch eingestehen, dass sie zu viele eigene Fehler gemacht haben, die eine vorzeitige Entscheidung verhinderten. Als Patrick Breuker-Kreikmann an die Line schritt, ging es um mehr als nur um die Frage, ob dieses Spiel in die Verlängerung gehen sollte. Immerhin war das Gastspiel der Derner in Köln so etwas wie ein Endspiel im Abstiegskampf. Und Breuker-Kreikmanns Freiwürfe waren die Finalsituation dieses Finales. Zwei Punkte Rückstand hatte der SVD, zwei Sekunden waren noch zu spielen, zwei Freiwürfe standen den Dernern noch offen. Breuker-Kreikmanns erster Ball saß, der Ball ging glatt durch den Ring – 71:72. Nochmal durchatmen, konzentrieren, wieder zum Wurf ansetzen. Der zweite Ball sprang knapp auf den Ring und dann zur Seite weg. Das war es. Den Abpraller sicherte sich Deutz, weil die Schiedsrichter beim Kampf um das Spielgerät auf ein Doppelfoul erkannt hatten. Und ein letztes Timeout eine Sekunde vor dem Ende und die situationsbedingte Hektik änderten auch nichts mehr – 71:72. Die Stimmung von SVD-Trainer Peter Radegast direkt nach Spielschluss als ungehalten zu beschreiben, wäre eine arg dezente Untertreibung. Sauer war der Mann, richtig sauer. Was nichts mit den zwei Freiwürfen am Ende zu tun hatte, sondern vielmehr mit einigen ziemlich unglücklichen Entscheidungen der Schiedsrichter in der Schlussphase. Die aus seiner Sicht fatalste war die 59 Sekunden vor dem Ende, als Dominik Böcker ein unsportliches Foul angehängt bekam. „Da war nichts, gar nichts“, wertete Radegast die Szene, in der Böcker versuchte, den Kölner Gero Boch bei einem Einwurf abzublocken. Die Schiedsrichter sahen es anders. Sie sprachen Deutz zwei Freiwürfe zu und anschließend den Ball. Die Gastgeber nutzten die Szene und machten aus dem 67:70-Rückstand das 70:70. Derzeit kein Glück Die Derner haben derzeit nicht unbedingt Glück, wenn es um Entscheidungen in knappen Spielsituationen geht. Vor zwei Wochen in Haspe fühlten sie sich schon um den Sieg beraubt, diesmal um die Verlängerung gebracht. Was in beiden Fällen nicht ganz unbegründet ist, doch zumindest in Deutz hatte der SVD die Möglichkeit, es gar nicht auf eine so spannende Schlussphase ankommen zu lassen. Ende des dritten Viertels hatte es der SVD geschafft, Kontrolle über das Spiel zu bekommen. Nun machte er die Deckungsmitte, über die Deutz viel zu einfach Punkte erzielt hatte, besser zu und spielte im Angriff strukturierter. Doch jeden kleinen Vorsprung, den sich die Derner erspielt hatten, gaben sie zu leichtfertig aus der Hand. So beim 55:51 (32.), beim 58:62 (34.) oder beim 65:61 (36.). Doch entweder saßen die Würfe aus dem Feld nicht oder die Freiwürfe. „Wir hatten es selbst in der Hand“, so Radegast, „nun wird es für uns ganz schwer.“ Der SVD liegt auf einem Abstiegsplatz. SVD: Bowser (14/2/2:2), Dieme (12/3/2:1), Beckmann (12/2), Breuker-Kreikman (8/6:2), Fuhrmann (7/2/2:1), Dimkovski (6/4:4), Böcker (6/3:2), Tolkmit (4/2:0), Bode (2), Manderla (n.e.), Warkentin (n.e.) Quelle: RN

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